Fairtrade: Garantierte Standards für Kaffeebauern
Die Idee des fairen Handels ist bei vielen namhaften Kaffeeproduzenten im Sortiment angekommen. Traditionsreiche Häuser wie Schirmer, Jacobs und Nescafe, Darboven und Hämmerle bieten eigene Fairtradekaffees an, die oftmals auch biologisch angebaut sind.
Was hat fairer Handel mit Bio zu tun?
Tatsächlich gehören ökologische Richtlinien von Beginn an zum fairen Handel mit Kaffeebohnen dazu: Schadet der Mensch der Umwelt, schadet er zuletzt auch sich selbst. Der Einsatz gesundheitsgefährdender Pestizide kann sogar direkt die Gesundheit der Arbeiter schädigen. Bei Fairtrade gehören soziale, ökologische und ökonomische Standards zusammen.
Was unterscheidet fairen von herkömmlichem Handel?

Fairer Handel versetzt die Kaffeebauern und Arbeiter auf den Kaffeeplantagen in die Lage, Einfluss auf Handelsbedingungen zu nehmen. Die Fairtradebewegung ist die Antwort auf einen ursprünglich kolonialistisch geprägten Handel mit einem Preisdiktat der Händler. Fairer Handel kann und soll die oftmals wirtschaftlich schwachen, kaffeeproduzierenden Länder in die Lage versetzen, wirtschaftlich unabhängiger zu werden.
Die Kriterien für Fairtrade
Die Einhaltung sozialer, ökologischer und ökonomischer Standards sind Bedingung für die Auszeichnung mit dem Fairtradesiegel. Diese Standards wurden von Fairtrade International erarbeitet.
Die sozialen Kriterien stärken kleinbäuerliche Betriebe durch:
- Demokratische Organisation der Gemeinschaft und Förderung von Gewerkschaften
- Geregelte Arbeitsbedingungen und Verbot ausbeuterischer Kinderarbeit
- Verbot jederDiskriminierung
Ökologische Standards zum Schutz des Menschen
- Schutz der Umwelt beim Kaffeeanbau
- Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen
- Verbot gesundheitsschädlicher Pestizide
- Keine Verwendung von gentechnisch verändertem Saatgut
- Förderung von Bio-Anbau
Einhaltung ökonomischer Richtlinien
- Garantierter Fairtrade-Mindestpreis
- Transparenz im Waren- und Geldfluss
- Vorgaben über die Verwendung des Fairtrade-Siegels
- Kenntnisweitergabe über Handelsbeziehungen
- Möglichkeiten der Vorfinanzierung zur Erhöhung der Sicherheit
Weitere Informationen zu den Standards des Fairtradehandels gibt es hier.
Vorteile für die Kaffeebauern
- Stärkeres Stimmgewicht durch Zusammenschluss in Kooperativen
- Verlässliche Einkommen für mehr Planungssicherheit
- Mitspracherecht
- Beratungsmöglichkeiten
- Unterstützung bei der Kompensation der durch den Klimawandel verursachten Schäden
- Bessere Möglichkeiten, Kredite zu erlangen
- Steigerung der Produktivität und Qualität durch Bündelung von Know-How und Ressourcen
Schon gewusst? Kaffeebohnen sind nach Erdöl der zweitwichtigste Exportrohstoff und das wichtigste gehandelte Agrarprodukt im Nord-Südhandel.
Der Ursprung des Fairtradehandels
Der holländische Missonar Frans van den Hoff brachte die Idee des fairen Handels in die Welt. Als Priester für die Arbeiter in den Slums von Mexiko und Brasilien kam er bereits 1970 nach Lateinamerika. In den Jahren seines Einsatzes entstand allmählich eine Vielzahl von Kontakten zu dort ansässigen Kaffeeproduzenten. Anfang der achtziger Jahre setzte sich van den Hoff bereits für die Bildung kleinbäuerlicher Kooperativen ein. Gemeinsam mit Nico Roozen von der ökumenischen Entwicklungsagentur Solidaridad wurde die erste Kennzeichnungsinitiative für fairen Handel, das Label „Max Havelaar“ gestartet. Es beinhaltete Kriterien für Umwelt- und Sozialstandards und garantierte einen fairen Preis für die Kaffeeernte, deutlich über Marktniveau. Die Kaffeebohnen wurden von der niederländischen Firma van Weely importiert, von der Rösterei Neuteboom geröstet und mit großem Erfolg in den niederländischen Einzelhandel gebracht.
Inzwischen hat sich die Idee vom fairen Handel in der ganzen Welt verbreitet. Hier im Sortiment gibt es viele feine, aromatische Fairtradekaffees mit Herkunftsgarantie zu entdecken - einfach stöbern und komfortabel online bestellen!